Die Katakomben von Rom

Die Katakomben sind unterirdische Bereiche, die zwischen dem Ende des zweiten und dem Beginn des dritten Jahrhunderts n. Chr. entstanden sind und für die Beerdigung und das Begräbnisgedenken der Mitglieder der christlichen Gemeinde genutzt wurden. Einige dieser Räume sind reich verziert, andere beherbergten die Gräber der Märtyrer, die im Mittelalter die Verehrung zahlreicher Pilger anzogen.

Der älteste Name dieser unterirdisch ausgegrabenen Orte war unser und am häufigsten vorkommender „Friedhof“, ein Wort, das aus dem Griechischen stammt und „Ort der Ruhe“ bedeutet. Als Christen die Leichen ihrer verstorbenen Lieben niederlegten, waren sie sich sicher, dass sie nur für einen langen Schlaf schliefen und auf das Erwachen der Auferstehung warteten. Aus diesem Grund sind die Katakomben keine traurigen dunklen Slums, sondern eine geheime Welt, die sich dem Pilger mit all der Schönheit, dem Glauben und der Erinnerung an diejenigen öffnet, die an Christus und sein Wort der Hoffnung glaubten.

Kardinal Ravasi